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Tag des Weissen Stockes 2020

Der diesjährige internationale „Tag des Weissen Stockes" am 15. Oktober 2020 steht bei uns ganz unter dem Motto:

TWS2020_Teaser

Das richtige Miteinander von gut sehenden und sehbehinderten Menschen

Haben Sie schon einmal zu einer blinden Person gesagt «Da vorne müssen Sie aufpassen?» und dabei mit dem Finger gezeigt? Oft wissen wir im ersten Moment nicht so richtig, wie wir uns verhalten sollen. Wie blinden und sehbehinderten Personen in der Öffentlichkeit gegenübertreten, dass sich diese unterstützt, aber nicht überrumpelt fühlen?

Auch in Zeiten von Corona gilt:
Hemmungen unnötig / Hilfe erwünscht / Schubsen verboten!

Wir haben unsere Mitglieder befragt, wie das Miteinander von Sehenden und Sehbehinderten ihrer Meinung nach am besten klappt. Auch unsere Fachpersonen «Orientierung + Mobilität» können aus ihrem Erfahrungsschatz wertvolle Erkenntnisse und Tipps dazu liefern.

Aus all diesem Wissen ist unsere «3 x A»-Regel entstanden, welche für den richtigen Umgang mit sehbeeinträchtigten Mitmenschen zur Hilfe genommen werden kann.

• Erstes «A» wie AUFMERKSAM
Bewegen Sie sich achtsam durch den Alltag, auf der Strasse, im Bus oder im Su-permarkt. Nehmen Sie Ihre Umgebung und Mitmenschen wahr.
Der Weisse Stock, ein Blindenführhund, eine spezielle Brille oder auch eine Lupe zei-gen, dass eine Person sehbehindert ist. Erschrecken Sie diese nicht, indem Sie bei Rot an ihr vorbei über die Strasse eilen oder sie von hinten mit dem Velo in rasender Geschwindigkeit grusslos überholen. Seien Sie aufmerksam und denken Sie daran, dass die oder der Betroffene dankbar für Ihre Unterstützung sein könnte.
Heutzutage sind in der Öffentlichkeit viele Mitmenschen stark abgelenkt, mit Kopfhö-rern auf den Ohren und den Blick stets aufs Handy gerichtet. Sie merken nicht, dass sie auf taktil-visuellen Leitlinien stehen und somit sehbehinderten Vorbeigehenden den Weg verstellen. Diese kommen oft ganz schön «zügig» daher und es kann leicht zu brenzligen Zusammenstössen kommen.


• Zweites «A» wie AKTIV
Ignorieren Sie nicht, was vor Ihrer Nase geschieht oder wer davorsteht. Legen Sie eine hilfsbereite Haltung an den Tag und handeln Sie.
Wenn Sie in der Öffentlichkeit auf eine Ihnen unbekannte sehbehinderte Person tref-fen, zögern Sie nicht, sprechen Sie diese direkt an und offerieren Sie Ihre Hilfe.
Bei Gefahr rufen Sie nicht nur «Achtung!», sondern geben gleich zusätzlich eine wei-terführende Information dazu, wie z.B. «es hat hier eine Baustellengrube». Nur so kann die sehbeeinträchtigte Person auch richtig reagieren.
Wenn Sie selbst von einer betroffenen Passantin oder Passanten angesprochen wer-den, halten Sie doch einen kurzen Moment inne. Es braucht meistens nicht viel Zeit, um eine Frage zu beantworten, auf dem Busfahrplan nachzusehen oder im Handy eine Information zu googeln.


• Drittes «A» wie ANSTÄNDIG
Auch hier gelten die gängigen Umgangsformen. Seien Sie stets höflich und ein-fühlsam, nicht übereifrig und nicht zu forsch.
Bitte packen Sie nie jemanden ohne Vorwarnung am Arm, ziehen die Person hilfsbe-reit über den Zebrastreifen oder schubsen sie gutgemeint aus dem Bus. Immer erst ansprechen, dann helfen. Vor Schreck könnten sonst ernsthafte Unfälle geschehen.
Immer wieder gut gemeinte Mitleidsätze sind weder nötig noch aufbauend. Noch ver-letzender ist es für Betroffene, wenn nur noch ihre Begleitung angesprochen und in dritter Person von ihnen geredet wird. Sehbehinderte und blinde Menschen können sehr wohl selbst für sich sprechen.
Oft werden blinde Menschen auch lauter angesprochen als nötig. Sie sind blind, nicht schwerhörig. Genauso wenig sind sie ansteckend und sie beissen auch nicht. Überre-aktionen wie «weggumpen» oder sich demonstrativ wegdrehen sind vollkommen un-angebracht.
Es kann vorkommen, dass Ihre angebotene Hilfe abgelehnt wird. Bitte nehmen Sie das nicht persönlich und reagieren Sie nicht gekränkt. Viele sehbehinderte Personen wollen gerne so gut als möglich selbständig durchs Leben gehen. Respektieren Sie dies und lassen Sie sich nicht davon abhalten, bei der nächsten Gelegenheit wieder Unterstützung anzubieten. Der oder die Nächste könnte sehr froh darum sein.
Besten Dank für ein schönes Miteinander!

Denken auch Sie an den «3 x A»-Merksatz, wenn Sie das nächste Mal einer sehbehinderten Person begegnen – sie wird es Ihnen danken!

Material für Medienschaffende

TWS 2020_zugewandt_JA_klein Der Inhalt unseres Medienangebotes ist in drei Dokumente aufgeteilt, welche einzeln oder auch zusammen genutzt, verarbeitet und veröffentlicht werden können. Die Dokumente und qualitativ hochauflösliches Bildmaterial finden Sie gerne hier:

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Aktionen, rund um den Tag des Weissen Stockes

Aktuelles_RG_Standaktion An diesen Standorten führen unsere Regionalgruppen verschiedene Aktionen durch, um die Mitmenschen zu sensibilisieren.

Wegen Corona sind es leider weniger als sonst.

Bekannt sind aber bereits:

Schaffhausen, 15. Okt. 2020, Nachmittag – Aktion «Augenblickfenster» bei der Beratungsstelle SICHTBAR SCHAFFHAUSEN an der Webergasse 49

Thun, 15. Okt. 2020, Nachmittag – Sensibilisierungsstand im Bälliz

Zürich, 15. Okt. 2020, Nachmittag – Sensibilisierungsaktion am Bhf Oerlikon

Glarus, 16. Okt. 2020, Nachmittag – Aktion «Augenblickfenster» beim Bahnhof

Rapperswil-Jona, 17. Okt. 2020 - Aktion «Augenblickfenster» im Einkaufszentrum Sonnenhof

Wir freuen uns sehr auf Ihren Besuch!

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